Home > Erfahrungberichte > nach Ländern > Brasilien > Zweieinhalb unvergessliche Monate in Brasilien

Praktikumsbericht: Christiane Hadlich vom 17.11.06

(August bis Oktober 2006)

OLYMPUS DIGITAL CAMERASANYO DIGITAL CAMERA

 

 

 

 

 

 

Nachdem ich eigentlich schon ein Jahr früher (um ein FSJ zu absolvieren) nach Brasilien gehen wollte, was leider nicht klappte, überfiel mich in diesem Jahr erneut die Sehnsucht, dorthin loszuziehen und ich gab Gottes sanftem Drängen nach: Zwei Monate später saß ich bereits im Flugzeug nach Goiania…

Dort wurde ich sehr herzlich empfangen und fühlte mich von Anfang an rundum wohl. Natürlich ist in Brasilien vieles anders als in Deutschland: Bananenstauden, Kokosnüsse, trockene rote Erde, exotische, nie gesehene Früchte, bunte Vögel, überall Palmen, viele Straßen (überqueren gefährlich), nachts rausgehen nur begrenzt möglich und neben den modernen Hochhäusern viele heruntergekommene Baracken. Das Wetter war trocken und heiß, obwohl wir angeblich “Winter” hatten. Gearbeitet habe ich während meiner 2,5 Monate in der “Missao”. Dort werden (Straßen-)Kinder betreut und unterrichtet, die zum größten Teil sehr üblen Verhältnissen kommen. Sie bekommen in der Missaoo zu essen, Geschichten aus der Bibel erzählt und vor allem viel Liebe. Mit der Zeit (und fortgeschrittenen Portugiesischkenntnissen) bekam ich auch die eine oder andere sehr traurige Geschichte über das Leben und das Umfeld der Kids mit… Umso schöner war es immer, sie nach dem Frühstück beim Lobpreis freudig singen und klatschen zu sehen. Grundlage jedes Mittagessens war täglich Reis und Bohnen.
Meine Aufgabe war nicht so genau festgelegt (was aber bei den FSJlern, die ein Jahr bleiben anders ist) So habe ich geholfen, wo man mich brauchte: egal ob mit den Kindern (z.B. beim Spielen, Duschen oder Haare kämmen), oder beim Kehren und Essen Machen/ Austeilen. Die Hauptsache war einfach, da zu sein und den Kindern Aufmerksamkeit zu schenken.
Die Missao befindet sich in einem Armenviertel von Goiania und entsprechend einfach und staubig ist auch alles, aber es ist wirklich super und beeindruckende Arbeit, die dort geleistet wird. Super fand ich, dass wir Mitarbeiter (man gehört von Anfang an voll dazu) in ruhigen Minuten regelmäßig für die Kinder und die Familien gebetet haben.

Total klasse an meiner Brasilienzeit war auch, dass wir auf ein Hillsong-Konzert in Brasilia gefahren sind, ein Delirious?-Konzert in Goiania gesehen haben und ich kurz vor meiner Rückkehr nach Deutschland mit Kenia und zwei FSJlerinnen (Melanie und Catharina) ziemlich spontan eine Woche nach Rio fahren konnte! Das war echt traumhaft…

Alles in allem fand ich es wirklich einmalig schön, hatte in allen Dingen superviel Spaß und genoss es insbesondere, so viele neue, unglaublich herzliche Menschen kennenzulernen. Die Brasilianer waren unglaublich offen und freundlich mit uns Deutschen, sind auf uns zugekommen, haben überall ihre Hilfe und Freundschaft angeboten und sie waren wirklich “uma bencao na minha vida” (ein Segen in meinem Leben)! Ganz besonders Kenia, meine brasilianische Mitbewohnerin…

Que Deus te abencoe!!
Christiane